Vor einiger Zeit habe ich Kryptum gelesen und für die Histo-Couch rezensiert. Hier nun auch für euch meine geistigen Ergüsse zu diesem Buch:
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Agustín Sánchez Vidal
Kryptum
Historisch-Fantastischer Abenteuerroman
hier: Buchclub-Ausgabe
HC, 746 Seiten
ISBN: 3423210869
Eine Mischung aus historischem Abenteuer-Roman und Mystery-Thriller
1582 wartet Raimundo Randa im Kerker auf seinen Inquisitionsprozess. Noch wenige Tage verbleiben ihm, währenddessen ihn seine Tochter besuchen darf. Diese Zeit nutzt er, um ihr und uns seine Geschichte zu erzählen…
Im 16. JH
Vor vielen Jahren, als seine Familie noch den Palast neben der Casa de la Estanca in Antigua bewohnt, wächst Raimundo Randa, der damals noch Diego de Castro hieß, zusammen mit einem Sklaven namens Ishaq ben al-Kundhur auf. Eines Tages jedoch überfallen bewaffnete Soldaten die Festung und töten alle bis auf Diego, der sich in einer Zisterne versteckt hält, und Ishaq.
Seitdem ist Diego auf der Flucht. Mehr als einmal muss er seinen Namen und sogar seinen Glauben wechseln, gerät selbst in die Sklaverei und wird mit Aufgaben betraut, die sich um ein Geheimnis ranken. Er bereist viele Länder und gerät in so manch schwierige Situation, bis er schließlich nach jahrelanger Suche wieder in der Heimat eintrifft…
Heute
Über 400 Jahre später geschehen seltsame Dinge in Antigua. Eine amerikanische Wissenschaftlerin verschwindet spurlos, der Papst beginnt mitten in einer Rede auf der Plaza Mayor unverständliche Silben zu brabbeln, die Erde bricht auf und ein tiefer Krater entsteht. Um dem Geheimnis auf die Spur zu kommen, macht sich der Kryptologe David Calderón auf die Suche und scheint dem NSA ein Dorn im Auge zu sein…
Was lange wärt, wird wirklich gut
Der in Salamanca geborene Autor Agustín Sanchez Vidal hat 10 Jahre lang an diesem Roman gearbeitet, den er selbst mehr als Abenteuer-Roman wie „Indianer Jones“ oder Bücher von Jules Verne oder H.G. Wells sieht als historisch. Und das ist auch nicht sehr verwunderlich, denn der Leser mag ebenfalls oft an eben diese Bücher erinnert werden, während er durchaus historischen Persönlichkeiten begegnet wie Juanelo Turriano, welcher das berühmte arificio de Juanelo in Toledo schuf, die Kalifen al-Walid I. und al-Hakam II., Karl V., Philipp II., den Baumeister Juan de Herrera und den Theologen Benito Arias Montano.
Doch diesen Roman macht mehr aus als nur der historische Hintergrund. Auf der Suche nach einem Geheimnis, das 12 Fragmente eines Pergaments enthalten, die über Jahrhunderte hinweg von 12 jüdischen Familien gehütet worden sind, erleben die Protagonisten Abenteuer über Abenteuer. Der Informationsfluss ist meist so dicht, dass es unmöglich scheint, diesen Wälzer in einem Rutsch durchzulesen. Spannung wird garantiert von der ersten bis zur letzten Minute, wenn man sich die Mühe macht, wirklich sehr konzentriert zu lesen. Für Querleser ist dieser Roman sicherlich nicht geeignet. Von vielen wissenschaftlichen Erkenntnissen und Studien durchzogen, aber dennoch fantastisch und mystisch zugleich bietet dieses Buch eine geballte Ladung Lesegenuss.








Das klingt verlockend…
Augenblicklich habe ich aber noch einige Bücher liegen, die aufs Lesen warten. Ich bin gerade reich beschenkt worden mit lauter Kriminalromanen!
Liebe Grüße
Knittaxa