Punkt 06.00 Uhr klingelt mein Wecker, obwohl es ein Samstag ist. Ich hopse unter die Dusche, trinke einen Kaffee, verstaue letzte zu benötigende Dinge im Kulturbeutel, schmiere mir ein paar Brote und stelle bei meinem Paulchen angekommen fest, dass es über Nacht gefroren hat. Zum Glück ist aber kein Glatteis oder meterweise Schnee auf den Straßen, was bei diesem Aprilwetter ja durchaus auch hätte passieren können. – Ich fahre zur Tankstelle, fülle den Tank randvoll und mache mich voller Vorfreude auf den Weg nach Leipzig. – Auf den Ohren den Douglas Preston
Nach ungefähr der Hälfte der Strecke bei Garbsen mache ich Rast und begehe einen schlimmen Fehler: Ich trinke einen weiteren Kaffee
– ihr könnt es euch denken – ich muss noch eine Pause vor Ende der Reise einlegen, um den Kaffee wieder wegzubringen…
Unterwegs ruft mich Ute an, um mir mitzuteilen, dass es kein leichtes Unterfangen sei, bei der Messe zu parken. Sie würden schon eine Stunde herumkurven… Also beschließe ich, gleich zum Gut Mölkau zu fahren, wo wir ein Zimmer für die Nacht haben, und mir von dort ein Taxi zur Messe zu nehmen. – Wer dat Sunsy kennt weiß, dass dieses mit ausgedruckten Wegbeschreibungen, die es rückwärts lesen muss, doch so seine Schwierigkeiten hat (somit ist klar: Sunsy wünscht sich zu Geburtstag oder/und Weihnachten ein Navi
). Und so dürfte jedem klar sein, dass ich bei zwei Tankstellen und einer Passantin nachfrage, bis ich endlich nach 6 Stunden Fahrt auf dem Gut ankomme

Das aber bei strahlendem Sonnenschein! Und ich bin einmal mehr froh, dass ich für alle Eventualitäten immer eine Sonnenbrille in meinem Handschuhfach habe. Keine besonders schicke, eher praktische, aber so kann ich ohne meine Augen zu Schlitzen ziehen zu müssen, alles Wichtige erkennen
Ute und Gudrun (Ute Neumann ist Fantasy-Autorin und Gudrun ihre Managerin) sind bereits auf der Messe. Dank modernster Technik, die heute jedem ein Handy erlaubt, finden wir uns inmitten dieses riesigen Messegeländes innerhalb von wenigen Minuten, fallen uns in die Arme und finden sofort den Draht zueinander, den wir schon über Mails und Telefonate aufgebaut haben.

Wir besuchen mehrere Hallen, in denen viele Stände mit Büchern, Büchern, Büchern voll gestellt sind, Verlage, von denen ich noch nie etwas gehört habe… ehe ich die mir bekannten Verlage finde, ertönt schon die Lautsprecher-Durchsage, dass die Messe in wenigen Minuten schließe. Doch zuvor stöbern wir hier und dort, lauschen einer österreichischen Autorin bei ihrer Lesung

dat Sunsy isst eine Bratwurst mit Kartoffelsalat, wir fotoknipsen eine Menge Jugendliche, die sich spektakulär verkleidet haben (nur leider sind die meisten diesbezüglichen Fotos nichts bei mir geworden… es sind immer wieder andere “normale” Menschen ins Bild gerannt… Ich sag euch, da waren Himmel und Menschen!!! – und finden immer wieder neuen Gesprächsstoff.

Das erste Mal auf einer Buchmesse (man glaubt es kaum, es ist aber wahr), hatte ich natürlich so meine Vorstellungen… Auf Bootsmessen und der Cebit zum Beispiel findet man gezielt die Dinge, die einen interessieren und kann sie dann auch kaufen. Da mich auf der Buchmesse nicht nur die Bücher interessieren, sondern auch die Autoren und ich von einer ganzen Reihe von Lesungen gehört habe, habe ich mir eingebildet, ich würde Autoren und Autorinnen begegnen wie zum Beispiel Iny Lorentz oder Rebecca Gablé und ein signiertes Buch abstauben können… Pustekuchen. Die Hallen sind zwar randvoll gefüllt mit Ständen der verschiedenen Verlage, die ihre Publikationen zur Schau stellen, es gibt auch vereinzelt immer mal wieder eine Lesung von zumeist nicht so bekannten Autoren und Autorinnen, aber gezielt Bücher zu finden ist nicht einfach und diese dann auch käuflich zu erwerben nicht. Später entdecken wir eine Zone, in der Kinder- und Jugendbücher verkauft werden. Und jede Menge Kitsch gibt es natürlich auch.

Punkt 18.00 Uhr werden dann die Bürgersteige hochgeklappt und alle Massen stürzen sich auf die Parkplätze. Langsam zuckeln wir durch den zäh fließenden Verkehr und erreichen unser Gut bereits in Dunkelheit. Inzwischen hat sich auch bei den beiden anderen ein Hungergefühl eingestellt und somit beschließen wir, den Griechen zu besuchen, den wir auf dem Weg gesehen haben, genannt “Dionysos” – wie irgendwie überall
. – Auf meinem Teller befindet sich ermaßen viel Fleisch, dass ich mir wünsche, mein Laird hätte mich begleitet… so muss ich leider etwas liegen lassen, denn selbst mit geöffnetem Hosenbund streikt mein Magen nach einer Weile.
Und dann passiert etwas, das ich nicht für möglich gehalten hätte. Diese plötzliche Gemütlichkeit macht mich dermaßen müde, dass ich meine Gähnattacken kaum mehr verbergen kann. 6 Stunden Fahrt und mehrere Stunden durch die Messe laufen kann also auch dat Sunsy ziemlich ermüden. Wir machen uns auf den Weg zurück und fallen dann buchstäblich ins Bett. Gudrun und ich sind auch sofort im Traumland und nur der rege Geist der Autorin kommt nicht nur Ruhe…








Hallo Liebes…
na das war ja ein hartes Wochenende…
…aber ganz wichtig, dass Dich Dein Paulchen wieder gesund und munter zuhause abgeliefert hat
Ja solche Messebesuche machen einen schon ziemlich kaputt…die ewige Lauferei und mir macht die Luft immer zu schaffen…ich bekomme dann immer einen ganz trockenen Hals und könnte ständig Wasser trinken *gg*
Zur nächsten Buchmesse in Frankfurt gehen wir dann zusammen hin
liebe Grüsse und einen schönen Abend
Heike
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Huhu, liebe Heike, das können wir auf jeden Fall machen, dass wir zusammen hingehen
Das war ja ein aufregendes Wochenende
Ich hätte da wohl eine Woche verbringen wollen…und es hätte nicht gereicht!
Schön, dass du Gesund und munter wieder da bist1!
Liebe Grüße und gute Nacht
Andrea
Boah…diese Tastatur
Wirklich kaum zu glauben, dass du noch nie auf einer Buchmesse warst… als Leseratte ;o)
Ich bin schon gespannt auf den zweiten Teil!
GLG
Junifee
Kommt da nicht irgendwie der Wunsch auf sich abends mit einschliessen zu lassen?
Freue mich auf Teil 2.
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- ich glaube, ich würde selbst dann nicht alle Bücher finden, die mich interessieren
– eh ich’s mich versehen würde, wäre Morgen und alles würde wieder in die Hallen strömen
Hallo Sunsy.
Ja, das klingt ja ganz schrecklich aufregend. Ich war auch noch nie auf einer Buchmesse, würde mir das aber auch gerne mal anschauen.
Und jaaahaa, ich kann mich manchmal schrecklich schlecht entscheiden. Besonders wenn es soooooo viiiiieeeel Auswahl gibt.
Aber ich bleibe trotzdem hier, nur ist es gut möglich, das sich das Design in den nächsten Tage noch mehr wie einmal ändern wird
Bis ich halt das richtige habe
LG
Iris
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– ich glaube, ich bleibe bei meinem – gefällt mir doch recht gut – und mit den Blitzen am stürmischen Himmel mag ich es noch viel mehr (die Brücke hab ich nämlich noch anderswo entdeckt… und ein wenig individuell sollte es schon sein, gelle?
Klar, verändere du dein Design, kein Problem
Ein toller Bericht. Ich war auch noch nie auf einer Buchmesse. Hört sich fast nach einem Must have an.
Mein Navi wollte ich nicht mehr missen.
LG
Reginsche
Ich war noch nie auf der Buchmesse in Leipzig – nur in Frankfurt (ist ja gerade vor der Tür…)! Einerseits immer wieder schön, weil ich Bücher liiiiiiebe, aber frustrierend, weil man nichts kaufen kann (hm, ich muss vielleicht doch mal sonntags hin, da verscherbeln sie dann doch das Eine oder Andere).
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Hatten wir auch überlegt, uns aber dann doch entschieden, ein bisschen in die Stadt zu gehen und von Leipzig etwas zu sehen. Und es ist ja auch nicht so, als hätte ich nix mehr zu lesen